















Geheimnisse um den Plauer Hungerturm gelüftet Jüngste Ausgrabungen im Plauer Schlosspark sorgen für allgemeine Erheiterung bei Ortschronist Kurt Michel. So wurden neben Schutt im Bereich des früheren "Hungerturmes", auch eine Ofenkarre ausgebuddelt, bei der manche Experten schon an Relikte aus der einst weltberühmten Plauer Porzellan-Manufaktur glaubten. Immerhin zierte das Geschirr selbst die Tafel des russischen Zaren. Gesucht wurde bei den Grabungen u.a. nach einem Hunde-Denkmal aus dem Jahr 1909, dass die Gräfin Lilly von Königsmarck für ihren geliebten Vierbeiner errichten ließ, der dort auch begraben wurde. Der Hungerturm wurde laut Michel 1850 erbaut und diente nur als Dekoration für den Schlosspark, eine Nutzung hatte er nie. Das eigentliche Verließ wurde schon 1720 von Schlossherr Friedrich von Görne abgerissen, nachdem ihn König Friedrich Wilhelm I. bei einem Besuch in Plaue darum bat - denn in dem Hungerturm am Schloss schmachte einstmals auch ein Hohenzollern, der von den Raubrittern von Quitzows gefangen gehalten wurde. Der Turm im Park, den Michel als Kind noch persönlich erkundete, war innen hohl, besaß im inneren ein Seilzug und wurde 1955 von Angehörigen des Sprachinstitutes, das sich zu jener Zeit im Schloss befand, abgetragen. Die Steine, des ca. 4 m hohen Turmes, der sich noch in einem guten Zustand befunden haben soll, holte sich damals laut Michel ein Plauer Töpfermeister weg, der wohl im "Ausgleich" Materialabfälle von seiner Werkstatt dort verkippte. Wer was finden wollte, müsste die Fundamente des Turmes ausgraben, empfiehlt Michel, der allerdings nicht mit Funden außer den alten Mauern rechnet. Das Schlossporzellan, das einst Schlossherr Wilhelm von Anhalt wegwarf, landete vermutlich in der Havel und gilt immer noch als verschollen. Auch im Schlossteich sei nicht mehr mit Funden zu rechnen - der sei 1946 von der Roten Armee gereinigt worden, weil im Schloss ein Kindererholungsheim eingerichtet war. Immerhin waren einstmals im Teich verrostete Hülsen mit alten Schlosspapieren gefunden worden - die Dokumente, die ebenfalls General von Anhalt versenken ließ, waren aber bereits vermodert. Der PreußenSpiegel von René Paul-Peters |